• Blumenhalle Bonn

      Blumenhalle Bonn

      Ende 1983 gerät die ehemalige Blumengroßmarkthalle im ärmlichen Bonner Norden auf das "Radar": Über 2000 qm groß und leerstehend, eignet sie sich hervorragend für Kunst- und Kulturveranstaltungen. Die Stadt Bonn als bisheriger Eigentümer hat keine Idee oder gar ein Konzept. Über Nacht "besetzt", wird die "Blumenhalle" in kurzer Zeit improvisiert mit einem Theatersaal und einem Kino, mit Ausstellungsräumen und einem Café ausgestattet.

      Aufführungen freier Theater, Klassische Musik und Band-Konzerte, Ausstellungen und Kunst- und Spielaktionen mit Kindern machen das Projekt in kurzer Zeit populär, die in Bonn damals allein regierende CDU, die noch mit Polizei und gedroht und verkündet hatte, "keine Mark für Kommunisten" zu geben, gerät vor der Kommunalwahl im September 1984 in die Defensive. Als mit dem "Burgenkönig" Herbert Hillebrand ein schillernder, zugleich sozial und kulturell engagierter Investor auftritt, der nicht nur im Winter die Heizkosten übernimmt, sondern auch  das Entwicklungspotenzial des gesamten verwahrlosten Areals erkennt, ist nach anderthalb Jahren stetigem Kulturbetrieb eine Dreiecks-Verhandlungslösung möglich: Hillebrand übernimmt, errichtet sozialen Wohnbau, die Blumenhalle wird als neue Ausstellungshalle für den Bonner Kunstverein von Haus Rucker Co. umgebaut - und die Kulturinitiative erhält im Gegenzug einen langfristigen Mietvertrag für ein anderes, noch besser geeignetes Objekt: Die leerstehende ehemalige Brotfabrik in Bonn-Beuel.

      Martin Schmidt-Roßleben ist für Programm, Organisation und Finanzen der Blumenhalle verantwortlich und führt die erfolgreichen Verhandlungen mit der Stadt Bonn, dem Investor und zum Abschluss des neuen Mietvertrags. (1984 -1985)