• Transfer

      Transfer

      1989, mit dem Fall der Mauer, galt die Bildende Kunst in der (damals noch existierenden) DDR im Westen entweder weitgehend als ideologisch korrumpiert - und war ansonsten sio gut wie unbekannt. ART PRO entwickelte in dieser Situation unter dem Namen Transfer )zusammen mit der Malerin Brigitte Heimann) eine Idee zum Künstleraustausch "zwischen zwei gleich großen Ländern" - Nordrhein-Westfalen und DDR, beide mit rd. 17 Millionen Einwohnern.

      Jeweils 10 junge bzw. (noch) unbekannte KünstlerInnen, so das Konzept, sollten nach Auswahl durch eine unabhängige Jury mehrere Monate im anderen Land in verschiedenen Städten Wohnateliers / Stipendien erhalten, dort arbeiten, die entstandenen Arbeiten anschließend gemeinsam in beiden Ländern gezeigt werden. Was heute "normal" klingt, war unter den damaligen Umständen eine kulturpolitische Ungehörigkeit, gar Provokation - und für die TeilnehmerInnen eine tiefgreifende Erfahrung der jeweils "anderen" Realität.

      ART PRO konnte zur Mitwirkung in der Jury, über jeden Zweifel der "Parteinähe" erhaben, in der DDR u.a den Filmemacher/Maler  Jürgen Böttcher / Strawalde (der auch das Titelbild des Katalogs zeichnete) und den Kritiker Matthias Flügge (heute Rektor der Hochschule für Bildende Künste Dresden) überzeugen. KünstlerInnen aus Rostock, Potsdam, Dresden, Leipzig und Karl-Marx-Stadt, aus Bonn, Düsseldorf, Köln, Essen und Oberhausen nahmen teil.

      Als Träger konnte das Sekretariat für gemeinsame Kulturarbeit NRW gewonnen werden - das seitdem dieses Format regelmäßig durchführt, im Jahr 2014 mit Korea.

      (1990-1992)